Ein neues Zuhause für Bücher
In Mainz gibt es seit kurzem einen besonderen Ort für Leseratten: den „Büchertauschschrank“ im Stadtteilzentrum am Hauptbahnhof. Die Idee ist einfach: Man bringt ein Buch mit, das man nicht mehr braucht, und nimmt ein anderes mit nach Hause. So wandern Geschichten von Hand zu Hand, ohne dass Geld fließt.
Der Schrank wurde von der Nachbarschaftsinitiative „Mainz liest“ aufgestellt. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Menschen ins Gespräch kommen“, erzählt die Initiatorin Petra Sommer. „Oft bleiben Leute stehen, blättern in den Büchern und fangen an, über ihre Lieblingsromane zu reden.“ Der Schrank ist rund um die Uhr geöffnet und wird gut angenommen. Besonders Krimis und Kinderbücher sind schnell weg.
Allerdings gibt es auch Probleme: Manche stellen einfach alte Lexika oder kaputte Taschenbücher hinein, die niemand haben will. „Wir bitten darum, nur gut erhaltene Bücher abzugeben“, sagt Sommer. Ein ehrenamtliches Team sortiert einmal pro Woche aus und bringt aussortierte Bücher zum Sozialkaufhaus. Dort werden sie für einen kleinen Preis verkauft, und der Erlös geht an soziale Projekte.
Die Stadt Mainz unterstützt das Projekt mit einem kleinen Zuschuss. „Solche Initiativen stärken den Zusammenhalt im Quartier“, erklärt ein Sprecher der Stadt. Man hofft, dass weitere Stadtteile dem Beispiel folgen. In der Neustadt gibt es bereits Anfragen für einen zweiten Schrank.
Wer mitmachen möchte, kann einfach vorbeikommen. Es gibt keine Anmeldung und keine Kosten. Petra Sommer wünscht sich nur eines: „Dass die Menschen Freude am Lesen haben und vielleicht auch mal ein Buch mitnehmen, das sie sonst nie gekauft hätten.“